Jamendos Relaunch und die Folgen

Was so ein richtiger Webauftritt ist, muss auch mal überarbeitet werden. So weit ist das wohl jedem erst mal klar, und das es dabei immer zu technischen Pannen, Verzögerungen und Unannehmlichkeiten kommt ist auch mehr oder weniger normal. Jedoch, wenn der tatsächliche Anspruch, der mit dem Webauftritt vertreten werden soll dabei auf der Strecke bleibt, dann wird die ganze Sache doch fragwürdig.Also sollten wir uns erst mal anschauen, welchen Anspruch Jamendo denn eigentlich hat. Zum einen wollte oder will Jamendo der Anbieter für CC-Lizensierte Musik im Internet sein, was in Anbetracht der im Netz vorhandenen freien Musik sehr löblich ist, aber außerdem wollte Jamendo auch noch die Kommunikation zwischen Künstlern und Zuhörern bewerkstelligen und verbessern. Ein Angebot was vor allem interessant ist für die Künstler, die freie Musik machen, da ja der kommerzielle Aspekt für diese eher sekundär eine Rolle spielt und es ihnen die Möglichkeit gibt ein Feedback und eben ganz wichtig, auch mal ein Lob für ihre Arbeit zu erhalten. Stellt sich die Frage, was nach dem Relaunch davon geblieben ist. Und jetzt mal aus meiner ganz persönlichen Sicht:”Nicht viel”. Denn erstens sind die Downloads von ca. Zehn pro Tag auf Null gefallen, wobei hier die Frage, ob die Downloads tatsächlich Null sind, oder ob beim Relaunch nur die Statistikfunktion “zerschossen” wurde, für mich als Musiker uninteressant ist, denn die Zahl der Downloads ist auch ein Feedback für mich, folglich fehlt mir dieser “Gradmesser” für meine Musik. Wichtiger als alles andere aber ist dabei die Frage, wie sehr Jamendo damit dem Ansehen der Creativ Commons schadet. Schließlich und endlich soll die CC-Lizenz ja nichts weiter bewirken, als den Konsumenten und den Urheber eines Werkes auf gleiche Augenhöhe zu bringen. Wenn ich als Urheber aber dann doch wieder außen vor bin, was nützt mir dann die Tatsache, das der Konsument fair behandelt wird. Wichtiger für die Verbreitung von Creativ Commons  Inhalten ist nicht, das irgendwas gemacht wird, sondern das es gut gemacht wird (gut heißt hier fair). Keine Rückmeldung über das Kunstwerk bedeutet für den Künstler, das er in seiner Entwicklung gehemmt wird. Jeder hat seinen persönlichen Grund Musik zu machen, wenn man aber nicht mehr erfährt, was andere darüber denken, kann man wirklich nur noch raten ob man sein Ziel auch erreicht hat.

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Die Bedeutung des Computers beim Musik machen.

Zum einen ist der Computer für viele Musikrichtungen unverzichtbarer Bestandteil der Musik selbst, woraus sich die Bedeutung allein ergibt, aber auch in Musikbereichen, die auf den ersten Blick mit dem Computer wenig zu tun haben ist er inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Produktion. Aber was hat es damit auf sich, wenn man doch mit dem PC sowieso nur das aufnehmen kann, was man eben auch so spielt. Zum einen muss man wissen, das in den Studios früher auch am Sound rumgeschraubt wurde. Beispiele hierfür gibt es genügend, Chorus, Flanger, Phaser und Compression kennen Gitarristen nicht erst seit dem PC. Worin besteht nun der Unterschied? Nun zum einen sicherlich im Preis. Eine voll ausgestatte Effectline eines einzelnen Gitarristen konnte schon mal den Preis seiner Gitarre, die oft nicht billig war, um das zwei bis dreifache überschreiten. Eine Effectline lässt sich heute jedoch dank der Plugintechnologie häufig schon zu einem Bruchteil dieser Summe Bewerkstelligen, wenn man den Preis für den Pluginplayer oder der den Laptop wegrechnet sogar zum Nulltarif, da Freeware in dem Bereich en masse zu haben ist. Hier liegt ein weiterer Vorteil, den z.B. einen brauchbaren  Choruseffekt gab es in der analogen Variante von ca. drei Herstellern, im Vergleich dazu sind es heute ein paar hundert. Zum anderen war man aufgrund des Anschaffungspreises dann auf ziemlich lange Zeit an genau diesen Effekt gebunden. Ein Vorteil ist also, das man seinen Sound sehr viel schneller anpassen und verändern kann als das mit analoger Technologie jemals möglich war. Ein weiter Vorteil liegt in der Produktion selber. Als jemand der seine ersten Songs Zuhause auf einem Tascam 424 aufgenommen hat der wohl größte Fortschritt überhaupt, denn selbst in großen Studios war es in der Regel so, das man seine Sound bei der Aufnahme selbst schon fertig haben musste. Wollte man also ‘nen Distortion auf der Gitarre haben, dann stöpselte man diesen eben an und nahm ihn mit auf. Studios, die aus der Bandmaschiene raus auf den Effekt routen konnten waren für Normalsterbliche jedenfalls nicht zu bezahlen. Der Vorteil ist also, das ich mich nicht sofort festlegen muss, sondern alles Clear aufnehmen kann und dann einfach die Plugins zuschalte, die ich für meinen Sound brauche. Ich kann einen saubere Aufnahme hinlegen und dann entscheiden ob sie eher rau oder wie eine Glocke klingen soll. Ich muss, nur wegen eines falsch eingestellten Effekts, keine neue Aufnahme mehr machen und auch nicht damit leben, das der Sound nicht ganz so ist wie ich ihn haben wollte, nur weil keine Zeit für eine neue Aufnahme bleibt. Das macht auf der einen Seite Dinge möglich die früher nicht möglich waren, aber es setzt einen auch unter den Zwang irgendwann bewusst zu sagen: “Dies ist mir jetzt gut genug”. Der wohl größte Vorteil der Computer besteht aber darin, das sie Klänge möglich machten, die mit analogen Klangerzeugern kaum machbar wären. Die meisten Synthesizer von heute wären ohne digitale Technologie undenkbar. Daraus folgt, das Musikrichtungen wie Techno, deren Vorläufer immerhin Namen wie Klaus Schulze sind, heutzutage nicht mehr wären als ein gut gemeintes Experiment. Dieses Stadium haben sie indes längst überschritten und sind zu einer eignen Stilrichtung geworden deren Erfolg ohne den PC wohl so nie stattgefunden hätte. Mit anderen Worten, wenn man ihn zu nutzen weiß, macht der Computer den Musiker unabhängiger von großen Tonstudios und übermächtigen Plattenfirmen. Er kann selbst kreatives Element sein oder eben einfach nur der Ersatz für die teure 8-Spurmaschiene. Er ist eben genau das was man daraus macht oder aber wie ich immer zu sagen Pflege: ”Jeder PC ist genau so schlau, wie der Affe, der davor sitzt und ihn bedient”.

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In Kategorien denken…

Erwischt!

Wiedereinmal… in einer Kategorie gewesen, eben beim Aufnehmen eines neuen Songs. Verdammt! Es ist doch immer das Gleiche, da sitzt man da, schreibt Songs und verzettelt sich, weil man glaubt, dass man dieses und/oder jenes ändern muss, weil das andere oder man selbst (was ja noch ginge) vielleicht erwarten, weil andere erwarten, das man eben Musik in dieser und nicht in jener Kategorie macht und das man es eben irgendwem schuldig sei, sich an diese Kategorie zu halten. Zum Teufel damit. Zum Teufel mit all diesen Kategorien. Warum? Eh bloß Marketing, nix weiter. Was sagt es denn aus, ob man das, was man da gerade macht, Rock nennt oder Pop oder eben einfach Musik. Ändert sich die Wahrnehmung der Musik durch Benennen einer Gruppe, zu der sie gehören mag oder vielleicht passt? Nein! Es ist einfach ein Spiel mit der Vermarktung. Wenn ich der Musik die ich da mache ein Etikett ankleben kann, dann kann ich die “Zielgruppe” eingrenzen und meine Marketingstrategie besser festlegen. Das ist alles! Aber liebe Freunde, ich will mich nicht beschränken, schon gar nicht in meiner Zielgruppe. Meine Zielgruppe ist und bleibt jeder, dem meine Musik gefällt. Ob sie ihm als Singer / Songwriter, Rock oder sonst was gefällt… macht das mit euch ab, mein Ding ist das nicht. Will ich denn jedesmal gefangen sein in dem was ich tue? Muss ich bevor ich einen Song als fertig ansehe ein Etikett für ihn zur Hand haben? Und wem nützt das? Dem Zuhörer, damit er weis auf was er sich einlässt? Es ist lebensnotwendig das vorher zu wissen, sonst könnte man ja auf die Idee kommen sich die Musik anzuhören, bevor man sie beurteilt. Ein gewagtes Experiment, nahezu lebensbedrohlich, wenn man bedenkt, das wir hier von Musik reden. Wär’s nur irgendein Gammelfleisch, das könnt man schon verkraften, aber Musik ohne Etikett einfach mal anmachen und sich überraschen lassen? Das geht nicht. Hilfe, da macht einer Kunst, den muss man doch stoppen, oder wenigstens dazu zwingen einen Warnaufkleber anzubringen:”Vorsicht! Unkategorisierte Musik! Musik ohne Kategorie könnte zu Kunstanfällen oder lautem Klatschen führen! Schützen sie ihre Kinder, lassen sie sie keine unkategorisierte Musik hören!” Jetzt mal ehrlich Leute, ist doch doof.

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Zeit

Was sich ändert und was nicht,

das bringt die Zeit,
welche birgt ein Maß Veränderung in sich.
Ob es gerechter wird oder nicht,
das birgt der Mensch,
dieses Maß für Recht, an sich.
Und so ist im Lauf der Zeit begriffen,
ein Leben lang wirst du beschissen.

Von dir selbst und anderen,
von der Zeit und der Welt,
vom Universum
und dem was sonst noch bleibt,
Ja so ist der Lauf der Zeit.

 

Und welches Recht,
so sollt man fragen,
könnte schon für ewig tragen?
Ist doch allem was auf dieser Welt
existent sich schimpft,
der Untergang gleich eingeimpft.
Da erkennt man dann
Mit der Zeit ist jeder dran.

 

Und endet unser Leben dann,
ist unser Werk hi’nieden dann getan,
so ist’s am Ende auch nicht mehr,
gleich dem vorangegangen,
im Lauf der Zeit gefangen.

 

Und so endet was im Großen ganzen
nichts gewesen worden war,
typisch menschlich WUNDERBAR!

 

(Dirk Kelm: 29.09.2011)

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Betrachtungen zur Musik Teil 2

Die Musik aus Sicht des Komponisten

Alles Kunst oder was?

Was dem Automechaniker sein Werkzeug sind dem Komponisten die Noten. Wenn es doch nur so einfach wäre – Kunst gleich Handwerk – doch leider macht uns da die Wahrnehmung einen Strich durch die Rechnung. Denn ein Automobil, so bewegend es auch sein mag ist kein Kunstwerk, auch dann nicht wenn man den Erbauern Kreativität natürlich zu gestehen muß. Der Komponist steht immer vor der Frage warum ist denn meines Kunst und seines nicht, obwohl doch für beides Kreativität als Grundlage unabdingbar ist und bleibt. Der Unterschied ist folgender: ein Auto kann zwar die Phantasie beflügeln, ist aber in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand. Dies gilt für ein Musikstück nur als zweitrangig, wenn überhaupt. Der Handwerker und der Erfinder eines Gebrauchsgegenstandes arbeiten im objektiven Bereich der Wahrnehmung, der Künstler im subjektiven. Der Komponist – um auf die Musik zurück zu kommen, obwohl das hier gesagte analog für jede Kunst stehen kann – bewegt sich immer am Rande der Objektivität. Seine Anliegen ist es das Objektive zu beschreiben und es in Beziehung zum Wahrnehmenden, also dem Subjekt, darzustellen. Auf dieser Grundlage kann der Künstler aber niemals etwas erschaffen, was einen objektiven, allgemeingültigen Wert darstellt. Darin besteht aber auch sein größtes Problem, denn er selbst nimmt sein Kunstwerk als etwas reales, objektiv vorhandenes wahr, will aber das Augenmerk des Betrachters (dies ist allgemein zu verstehen, schließt also den Zuhörer mit ein) auf das Objekt lenken, welches er mit dem Kunstwerk beschreiben will. Wenn also das Kunstwerk selbst eine für den Künstler objektive Existenz hat und das was er Beschreibt im objektiven Bereich zu suchen ist, dann ist das einzige was den Betrachter dazu in Beziehung setzt die Wahrnehmung des Kunstwerks durch den Betrachter. Der Betrachter eines Kunstwerks ist der subjektive Aspekt mit dem der Künstler arbeiten muss. Der Betrachter ist das Ziel, welche es zu erreichen gilt. Doch dieses Ziel ist eben durch seine Subjektivität fast unmöglich zu fassen. Dem entsprechend bewegt sich der Künstler immer an einem schmalen Grad zwischen Objektivität und subjektiver Wahrnehmung verfehlt er diesen - zur einen oder zur anderen Seite – so scheitert er vollständig. Die unendliche Vielfalt der Beziehungen zwischen dem Künstler und dem Betrachter macht aber Kunst erst möglich. Der Urgrund aller Kunst ist die menschliche Subjektivität, unser erkennen in uns selbst.

Der Künstler und sein Betrachter

Die Idee zu einem Musikstück liegt in der subjektiven Wahrnehmung des Künstlers. Was er beschreibt ist Teil seiner eigene Welt. Die Schwierigkeit besteht darin diese anderen zu vermitteln, sie dem Zuhörer zugänglich zu machen. Das was der Zuhörer dann daraus macht wird Teil der Welt des Zuhörers, entspringt aber zu gleichen Teilen der Welt des Komponisten und des Zuhörers. Die Idee, welche dem Zuhörer entfacht durch das Kunstwerk des Komponisten , entspringt, ist ohne die Ursache des Kunstwerks undenkbar. In der Welt des Zuhörers sind das Kunstwerk und seine eigene Welt verbunden. Dies jedoch gilt eben nur in dieser einen Richtung, denn dem Künstler bleibt die Idee des Zuhörers von seinem Kunstwerk verborgen. Er (der Künstler) kann, wenn überhaupt, nur zu einem Teil erkennen ob denn das was er auszudrücken bemüht war beim Zuhörer angekommen ist. Dies erklärt warum der Künstler den Beifall so dringend braucht. Der Beifall ist seine Bestätigung, das etwas beim Zuhörer angekommen ist, wenn der Künstler jedoch immer noch nicht sagen kann was dieses im Detail genau ist. Wie dem Zuhörer die ursprüngliche Idee des Künstlers auf immer verborgen ist, so ist dem Künstler die durch den Zuhörer gefolgerte Idee auf ewig verborgen. Es ist das große Spiel der menschlichen Wahrnehmung, die Welt, die wir uns in unseren Köpfen machen, ist unsere ganze Welt. Wir haben keinen Zugang zu einer anderen. Wir können auch nicht mehr über die Welt erfahren als genau das. Was dem Künstler wirklich vor Augen stand, als er sein Kunstwerk erschuf, ist nur Teil der Welt des Künstlers, jedoch wird es zum Keim einer Idee in einer anderen Welt, der des Betrachters nämlich. Dies macht ihre beiden Welten von einander abhängig, setzt sie zu einer Einheit zusammen, die nie existiert hätte, gäbe es das Kunstwerk nicht, auf das sich beide berufen können.

Der Künstler und sein Werk

Aus dem oben genannten folgen auch die bei Künstlern weit verbreiteten Selbstzweifel, da der Künstler sich nie über das Ergebniss beim Zuhörer sicher sein kann. Das Werk muss und soll für sich selbst stehen und dem Künstler bleibt nicht anderes übrig als zu sagen: “Ich lasse das zu.” Erkann nicht - um es mit mathematischen Begriffen zu beschreiben – auf die Linearität vertrauen. Es ist Nichtlinear. Vielmehr muss er wie beim Umgang mit nichtlinearen Gleichungen eine Unsicherheit über das Ergebniss zulassen und sich selbst zugestehen, das er keine Kontrolle über sein Kustwerk hat sobald er es veröffentlicht. Hier wird ein weiterer Unterschied zwischen Künstler und Handwerker deutlich. Der Handwerker und auch der Erfinder, haben am Ende ihres Schaffenswerkes vorhersagbare Ergebnisse stehen, der Künstler nicht. Das erschaffen eines Kunstwerkes aus Sicht des Künstlers lässt sich mit Kindererziehung vergleichen. Das Kind wird geboren und alles was den Eltern zu tun übrig bleibt ist dem Kind ihr wissen mit zu geben und ihm die Möglichkeit einzuräumen seinen Lebensweg selbst zu entwickeln. Vorgeben welchen Lebensweg das Kind nehmen wird können die Eltern nicht. Was das Kind aus dem Erlernten machen wird liegt nur sehr begrenzt in der Hand der Eltern. Dies ist eben auch das Merkmal des Künstlers in Bezug auf sein Kunstwerk. Was es bewirkt, wie es sich entwickelt und was andere daraus machen liegt nicht in der Hand des Künstlers. Am Ende muß der Künstler sein Kunstwerk sich selbst überlassen.

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